Aktuelle Mitteilungen

06.04.2020

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

wer geistlich begleitet werden will, der hat in diesen Tagen keinen Mangel. Auch die Kirchen sind digital fortgebildet und so gibt es mehr denn je die Möglichkeit, in Fernsehen, auf Facebook und den Homepages wunderschöne, berührende, dieser Zeit angemessene Gottesdienste mitzufeiern. In schriftlicher Form liegen Gottesdienste in der Kirche aus oder gerne bringen wir auf Anfrage auch etwas in die Briefkästen. Scheuen Sie sich nicht, uns anzurufen.

Und doch ist es anders, wenn kein Gottesdienst in unserer Gemeinde, nicht mal in einer unserer Kirchen gefeiert wird. Denjenigen, die sowieso in keine Kirche gehen, wird es auch in diesem Jahr nicht auffallen – oder vielleicht gerade auch doch – weil ja alles so anders ist. Vielleicht würde man in diesem Jahr gerne mal in den Gottesdienst gehen, wo ja sonst nichts los ist. Aber vielleicht auch nicht nur deshalb, sondern, weil wir doch fast alle merken, wie unser Leben zwischen Karfreitag und Ostern hin und her pendelt: zwischen Trauer und dann auch wieder Freude, zwischen Verlust und neuem Leben, und wie ohnmächtig ausgeliefert wir doch in diesem Leben sind.

Wie wichtig ist es in solchen Zeiten, Orte und Kraftquellen aufzuspüren, die in allem trotzdem die Hoffnung und den Lebensmut nähren.

Und darum ist es gerade gut so, wenn schon Corana, dann in der Passions- und Osterzeit, in der wir alles finden, eben das tiefste Leid und das höchste Fest des Lebens.

Manchmal möchte ich, dass diese Zeit nicht aufhört, dieses Aufatmen der Natur, Reinigungszeiten drinnen und draußen und vielleicht ja auch in uns Menschen, damit wir nach dieser Zeit wissen, was wir behalten wollen und was wir absolut nicht mehr wollen.

Wir haben jetzt gemerkt, dass für lebensrettende Maßnahmen durchaus Wirtschaft, Militär, alles, was sonst so als Argumente in den Vordergrund geschoben wird, hinten anstehen können. Wenn man denn will, wenn wir denn wollen.  Es geht eben DOCH!

Auf der anderen Seite verschließe ich nicht die Augen vor den Ängsten, die dieses Virus durch die Einschränkungen und gesundheitlichen Folgen mit sich bringt. Aber auch hier wird getan, was möglich ist – wieviel Geld steht auf einmal zur Verfügung – und wenn wir zusammenstehen – durchaus europaweit – am besten weltweit – dass am Ende nicht wieder d i e alles bekommen, d i e sowieso genug haben, dann könnten wir etwas aus dieser Zeit gelernt haben.

Und was hat das nun alles mit Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern zu tun?

Eine ganze Menge. „Und in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, brach´s und gab´s seine Jüngern und sprach: Nehmt esset alle davon…. Und so nahm er auch den Kelch, dankte, gab ihnen den und sprach: Nehmt und trinket alle davon, dieser Kelch ist der neue Bund…“.  Gott verbindet sich mit uns in allem und über Grenzen hinweg.

Von einem Ort (Jerusalem) ging es aus, inzwischen feiern wir in der ganzen Welt Abendmahl – wir teilen Brot und Wein – Freud und Leid – wir feiern Jesus und alles mit ihm, was dem Leben dient – und mehr denn je merken wir, dass wir Teil eines Großen-Ganzen sind, dass selbst die kleine Mücke oder Biene, die Vielfalt der Blumen oder der Baum im Regenwald seine Bedeutung für uns alle hat, und dass auch das Lieferkettengesetz genauso ein wichtiger Teil ist, um nicht auf Kosten anderer zu leben. Wie schon gesagt, es geht (!), wenn wir es denn wirklich wollen – die gerechten, klimaschützenden Gesetze – Gemeinwohlökonomie!

In diesem Jahr dürfen wir nicht zusammen feiern.

Aber, wer weiß, vielleicht tut uns das sogar gut. Wenn etwas fehlt, erkennen wir oft erst den Wert: die gemeinsamen Gottesdienste mit Abendmahl und Gesang, die Posaunen und Chöre, die Gitarren und Orgeln„Christ ist erstanden….“, …..und wir feiern! Wie schön daran zu denken, dass es vielen eben doch wichtig ist. „Christ ist erstanden von der Marter alle, des soll‘n wir alle froh sein: Christ will unser Trost sein. Halleluja!“

Bringt/Bringen Sie vielleicht ein kleines Zeichen Eurer Karfreitagstrauer, aber auch Eurer/Ihrer Osterfreude in die Kirche, damit andere, die es sehen mitklagen, bitten, mitdanken, aber auch sich mitfreuen können.

In der Mellnauer Kirche besteht die Möglichkeit zur persönlichen Osterandacht. Man kann sich vom Kirchenraum inspirieren lassen. Nachdenken, beten, singen, via Freifunk W-Lan auf ekkw.de zugreifen, wo es einfallsreiche Impulse und Links zu Ostern gibt. Ein Strauß mit grünen Zweigen steht ab Karsamstag bereit, an denen man eins oder mehrere von den bereitgestellten Ostereiern aufhängen kann. So kann man gute Gedanken, Gebete und Wünsche für die Menschen zum Ausdruck bringen, die man in diesem Jahr nicht persönlich besuchen kann. Die grünen Zweige und die Eier stehen symbolisch für das neue Leben, dass uns durch die Auferstehung Jesu geschenkt worden ist. Auch in Unterrosphe mit Göttingen und Oberrosphe haben wir schon von (geheimen) Oster-Aktionen gehört.

Vielleicht spielen auch die Posaunen – draußen hörbar – und wir singen dazu….

Wünschen wir uns auf diese Weise frohe Ostern, bis ein persönliches Wiedersehen möglich ist. 

Am Karfreitag, dem 10. April, werden um 15 Uhr für 10 Minuten die Totenglocken zur Todesstunde Jesus läuten. Dann schweigen die Glocken.

Am Ostersonntag, 12.April, wird volles Auferstehungsgeläut von 10h bis 10.15h und auch um 12.00 Uhr zu hören sein.

Ab Ostern läuten wir dann außer 6h, 12h und 18h auch um 19.30h. Wir schließen uns damit der ökumenischen Initiative der EKKW und der Diözese Fulda an, gemeinsam zu beten und Einigkeit zu zeigen in diesen Zeiten der Trennung!

Übrigens: Täglich sind unter 06421/175077 fünfminütige Kurzandachten von Pfarrerinnen und Pfarrern aus unserem Kirchenkreis per Telefon abrufbar….

Frohe Ostern !!! Dass alle behütet seien im Frieden des Auferstanden, wünschen wir im Namen des gesamten Kirchenvorstandes Eure/Ihre Pfarrerin Wilma Ruppert-Golin und Sven D. Jerschow – Stellvertretender Vorsitzender.    

30.03.2020

Weiterhin gibt es keine Gruppentreffen oder Gottesdienste, und das wird auch ganz sicher über Karfreitag und Ostern so bleiben. Aber weiterhin sind unsere trotzdem Kirchen geöffnet, besondere Orte in dieser besonderen Zeit.

Wie können wir uns vorbreiten auf Karfreitag und Ostern? Jede*r für sich und doch auch gemeinsam?

Auch dadurch, dass wir ganz bewusst leben – Tag für Tag – Passionszeit!

Wir verbinden uns in Gedanken und Gebeten mit denen, die an diesem Virus schlimm erkranken und teilweise qualvoll sterben. Wir verbinden uns auch mit den Angehörigen, die nicht bei ihnen sein können.

Passionszeit hat in diesen Wochen weltweit einen Namen „Corona“.

Es tauchen Fragen nach dem Sinn auf, die wir nicht verdrängen sollten, und auch die folgende Frage wird immer öfter gestellt: Wann und wie geht es eigentlich hinterher weiter? Viele meinen, es gäbe eine Menge aus dieser Krise zu lernen – weltweit und auch für das persönliche Leben.

Und wenn dem so ist, werden wir tun, was wir jetzt so wichtig und richtig finden?

Aber neben der Trauer und auch der Angst in dieser unsicheren Zeit, passieren auch so viele schöne Dinge: Hilfsbereitschaft in unseren Dörfern und über Landes- ja Kontinentengrenzen hinweg, ein Nachdenken darüber, was wirklich wichtig ist, gute Ideen, wie man doch zusammen sein kann, ohne sich zu nahe zu kommen. Gedanken, die man teilen kann über Apps oder auch auf unserer Homepage und was es noch an vielen anderen Möglichkeiten gibt.

Für die Osterzeit gestaltet auch der Kirchenkreis ein Heft, das dem nächsten Wetteraner Boten beiliegen wird. In Göttingen hoffen wir es so verteilen zu können, wie sonst den Gemeindebrief.

Vielleicht habt ihr Ideen, Karfreitag und Ostern in die Kirchen zu bringen……dann macht das!

Aber denkt daran: Nicht zusammen!!!  Und doch haben dann alle etwas davon, die hineingehen.

Es kann sein, dass es ein zusätzliches Läuten am Abend geben wird (vielleicht schließen wir uns noch dem 19.30 Uhr-Geläut an) – das uns dann auch – konfessionsübergreifend – miteinander verbindet.

„Möge die Straße uns zusammenführen ……und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“ EG+37

Ihre/ Eure Pfarrerin, die Euch auch im Namen des Kirchenvorstandes herzlich grüßt – Bleibt behütet!

Wilma Ruppert-Golin

23.03.2020

Auch weiterhin finden keine Gottesdienste oder sonstige Treffen statt.

Aber das wunderschöne Sonnenwetter lädt ein rauszugehen und sich am Frühling zu freuen, alleine, zu zweit, mit der Familie – mehr bitte zurzeit nicht!

Manche genießen dieses „Herunterfahren“. Für manche ist es richtig schwer.

Ich sehe die Einschränkungen nicht als auferlegte Verbote, sondern -gut informiert-  als eigenverantwortliches Handeln. „Die da oben“, zwängen uns nicht etwas auf, sondern wir gebrauchen unseren eigenen Verstand und unser Herz, um zu spüren, was wir jetzt tun oder lassen müssen.

Dabei geht es gerade um Gemeinschaft, um ihren/unseren Schutz und Erhalt.

Es sind in diesen Zeiten tatsächlich auch die Glocken, die uns an Gott und dieses Miteinander erinnern. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet! (Röm.12,12)

„Für alle Menschen in Angst und Sorge;

für die, die in Quarantäne leben,

für die im Gesundheitsdienst Tätigen, die vor großen Herausforderungen stehen, 

und für die Sterbenden.

Wir sind davon überzeugt:

Im Gebet für unsere Nächsten

wächst die Kraft zum Handeln

für unsere Nächsten.“ (EKKW)

Es besteht auch in unserer Gemeinde die Möglichkeit persönliche Bitten -auch Dank!-  auf die Altäre zu legen, per Mail zu schicken oder telefonisch (auch auf AB) an mich durchzugeben, damit wir sie beim Gebetsläuten besonders bedenken. Auch auf unserer Homepage sind immer wieder Infos, Andachten und mehr zu finden. Z.B. auch noch die Bilder vom diesjährigen Weltgebetstag Anfang März in Unterrosphe, einer unserer letzten gemeinsamen Gottesdienste vor „Corona“. Wunderschön! Danke dem Team für diesen schönen Gottesdienst!

Ich habe in den Zeitungen, den Nachrichten selten so viele DANKE gelesen und gehört, wie in den letzten Wochen. Das sind schöne Zeichen der gegenseitigen Wahrnehmung und ich schließe mich diesem DANKESAGEN an. 

Es ist Frühling, und es scheinen auch noch andere Knospen aufzugehen. Schützen, bewahren, pflegen wir sie.

Ihre/ Eure Pfarrerin, die Euch auch im Namen des Kirchenvorstandes herzlich grüßt – Bleibt behütet!

Wilma Ruppert-Golin

20.03.2020

Regierungssprecher Michael Bußer erklärt: Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus beschlossen 

Die Hessische Landesregierung hat am Freitag in einer Sonder-Kabinettssitzung weitere Maßnahmen beschlossen, um soziale Kontakte und das direkte Aufeinandertreffen von Bürgerinnen und Bürger weiter zu reduzieren. „Oberstes Ziel ist weiterhin, die Gesundheit der Menschen in Hessen zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen“, erklärte Regierungssprecher Staatssekretär Michael Bußer in Wiesbaden. Daher wird die bisherige Obergrenze für Versammlungen von bislang 100 Personen auf fünf Personen reduziert.  Außerdem werden Restaurants und Gaststätten ab Samstag, 12 Uhr, in Hessen geschlossen. Auch dies soll die Ansteckungsgefahr durch direkte Kontakte von Personen verringern.

Sie hat unmittelbare Auswirkungen vor allem für Trauerfeiern: Die Obergrenze für Versammlungen wird auf 5 Personen festgelegt!

17.03.2020:

Kirchengebäude

Eine der am meisten gestellten Fragen ist die, ob die Kirchengebäude nach der gestrigen Anordnung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsident*innen abgeschlossen werden müssen?

Nach der gegenwärtigen Rechtslage ist das nicht so!

Aktuell wird dies aber auf Nachfrage der EKD im Bundeskabinett noch geklärt. Sollte eine Anordnung zum Abschließen der Kirchengebäude erfolgen, werden wir darüber umgehend informieren. Solch einer Anordnung wäre Folge zu leisten.

Gebete in der Kirche

Aufgrund des gestrigen Versammlungsverbotes laden wir als Kirchengemeinde weder zu Gottesdiensten noch zum Gebet in den Kirchen ein!

Aber wir laden ein zum Gebet, wenn die Glocken läuten. 

AUFRUF DER LANDESKIRCHE:

 „Glocken rufen zum Gebet        

Glocken ertönen von vielen Kirchen an jedem Tag, morgens, mittags und abends – so wie es vor Ort üblich ist. Sie laden ein zum persönlichen Gebet. 

Die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck laden ein: Von unseren jeweiligen Aufenthaltsorten sind wir während des 12 Uhr – (Mittags-)Läutens im Gebet: Für alle Menschen in Angst und Sorge; für die, die in Quarantäne leben, für die im Gesundheitsdienst Tätigen, die vor großen Herausforderungen stehen,  – und für die Sterbenden.

Wir sind davon überzeugt: Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!“

Beerdigungen

Im Blick auf Beerdigungen sind die behördlichen Anordnungen zu befolgen!

Wir bitten dringend: Den Teilnehmerkreis von Beerdigungen so klein wie möglich und die Trauerfeiern draußen am Grab halten.

15.03.2020:

Zurzeit finden aufgrund der Corona-Pandemie keine Gottesdienste oder sonstige Gruppentreffen in unserer Gemeinde statt. Dazu haben wir uns als Kirchenvorstand den Empfehlungen unserer Landeskirche angeschlossen.

Wir wollen mit dazu beitragen, dass das Virus sich möglichst langsam verbreitet und so die Krankenhäuser die Welle der Erkrankungen bewältigen können.

Die meisten Erkrankungen werden, wie die Erfahrungen zeigen, einen leichten Verlauf nehmen, aber gerade Menschen mit Vorerkrankung und geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankungen schwer zusetzen.

In dieser Situation nicht panisch zu reagieren, aber dennoch den Ernst der Lage zu erkennen und z.B. Begegnungen einzuschränken, ist ein Akt der Nächstenliebe, der Vernunft und Besonnenheit, ganz gemäß dem biblischen Wort:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft der Liebe und der Besonnenheit. (2.Tim. 1,7)

In diesem Sinne lasst uns weiter zueinanderstehen, uns auch trotzdem umeinander kümmern -vielleicht mal öfter telefonieren – auch für diejenigen miteinkaufen gehen, die zurzeit die Geschäfte meiden sollten, usw.

Das Verlangsamen unseres Lebens birgt neben viel Unsicherheit auch Chancen.

Die Kirchen sind tagsüber geöffnet, so dass die Möglichkeit besteht, in diesen besonderen Räumen, zur Ruhe zu kommen, nachzudenken, zu beten.  

Wilma Ruppert-Golin (Pfarrerin)